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Es regnet

und ich lese einen passenden Regenroman. Ich habe lange nicht mehr einfach zum Vergnügen gelesen. Das wird jetzt nachgeholt.
Karen Duves Roman dreht sich um Leon und Martina, die in ein abgelegenes Haus am Moor irgendwo in Ostdeutschland ziehen. Leon hat sich dazu verpflichtet, eine Biographie eines alternden Zuhälters zu schreiben und sucht dazu die Abgeschiedenhaus dieses Ortes. Doch die Ruhe ist - wie könnte es anders sein - trügerisch. Es regnet und regnet, das Moor zeigt sich feindlich und sowohl Martina als auch Leon können sich nicht von den auf ihren Leben lastenden Schatten befreien.
Ein trauriges Buch, ein beklemmendes Buch, ein wunderbares Buch. Damit sichert Karen Duve sich langsam aber sicher einen Platz auf meiner Liste der besten zeitgenössischen deutschen Autoren. Und ich sehe mich nach neuem Zeitvertreib um.
Die Zeit tröpfelt vor sich hin und ich bemerke erst jetzt die Geschwindigkeit des Tröpfelns. Es ist zu spät, noch einen Eimer darunterzustellen und zu hoffen, man könne noch etwas davon auffangen. Ich wünschte, jemand stünde jetzt mit einem "Julia, lass uns gleich mit Kleidern in der Lahn schwimmen und dann unter freiem Himmel schlafen" vor der Tür, aber es fängt ja sicher gleich wieder an zu regnen und ich weiß immer noch nicht, was ich heute Abend anziehen soll.
2.8.06 18:33
 

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